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Historisches
Die Fleischerbastei ist in ihrem Ursprung ein Teil der
Stadtbefestigung. Sie stand an der Stelle hervor, wo die
Befestigungsmauer und der Stadtgraben einen deutlichen Knick
machten. Die spätere Ringstraße folgt diesen Verlauf. Die zehn Meter
hohe Stadtmauer war 1255-1277 erbaut worden und hatte einen
überdachten Wehrgang. Um die Mauer zog sich ein 15 Meter breiter
Streifen, der durch eine kleine Stadtmauer, die von 1513-1535 erst
erbaut, erweitert wurde. Diese diente dazu, die Feinde, welche die
kleine Mauer überwunden hatten festzuhalten. Daraus leitet sich auch
der Name Zwinger ab.
Ab 1820 wurde der erste Abschnitt der Ringstraße mit einer Promenade
hier erbaut und 1843 hat man die Höhenunterschiede begradigt,
wodurch jetzt der Fuß der Fleischerbastei einige Meter unterhalb der
Oberfläche verschwand. Wie ein Aquarell um 1800 zeigt, ragte die
Fleischerbastei recht imposant aus den Stadtgraben hervor.
Der Name Fleischerbastei verweist wahrscheinlich darauf, dass die in
der Nähe wohnende Zünfte, einen Abschnitt der Mauer zu schützen
hatten. So gibt es auch die Tuchmacherbastei. Die Fleischer hatten
ihre Arbeit in den (alten) Fleischbänken, in der jetzigen
Albertstraße.
Es wird vermutet, dass die „Golzburg“ mit der Fleischerbastei
übereinstimmt. Der kaiserliche Commandant in Zittau Golz ließ sich
1633 „ein absonderliches Haus mit bequemen Zimmern, Kellern und
Ställen im böhmischen Zwinger erbauen“ um vor der Pest gesichert zu
sein.
1661 wurde die Bastei mit Ziegeln belegt, 1677 wurde sie renoviert
und erst 1691 wurde das achteckige Turmzimmer mit fünf großen
Fenstern erbaut. Etwas höher sitzen an sieben Seiten des Achtecks
Ovalfenster, die elegant den Anschluß des Satteldaches der Bastei
einfassen. Dieses Zimmer diente zur Versammlung oder zu Treffen von
Gesellschaften. Die lockenfömig geschweifte Dachform im Barockstil
nennt man Welsche Haube. Das Dach der Fleischerbastei wurde 1709 für
die Funktion eines Schüttbodens zur Lagerung von Korn verstärkt.
Mehrfach diente die Fleischerbastei, wie auch andere Bauten in
Zittau als Lazarett für verwundete Soldaten (1813-1836).
Die Fleischerbastei diente 1842-1926 als Wohnung und Arbeitsräume
für den Stadtgärtner, wie auch aus alten Ansichten hervor geht, wo
die Fleischerbastei als Stadtgärtnerei bezeichnet wird.
Vor der Fleischerbastei, in einer Parkanlage mit Brunnen, befindet
sich die 16 qm große Blumenuhr (1907). Die Zeiger der Uhr wandern
über Blumenziffern. Die ca. 5.000 Blüten zeigen sich farblich in
Abhängigkeit von der Jahreszeit. Zu jeder vollen Stunde spielt ein
Meissener Porzellanglockenspiel (1965/66, eine Stiftung Zittauer
Handwerker) das Lied "Sah ein Knab' ein Röslein stehn" und andere
Melodien. |
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